Die Geschichte von Bubenheim

wappen_bubenheimDie Bubenheimer Gemarkung wurde schon in vorchristlicher Zeit besiedelt. Zwischen dem Metternicher und dem Rübenacher Weg, im sogenannten Distrikt „Mühlacker“ muss sich eine Siedlung der jüngeren Hallstattzeit befunden haben, was anhand der Ausgrabungen von Gefäßscherben, Brandresten und gebrannten Lehmstücken vermutet werden kann. Eines der bedeutendsten Bauwerke jedoch entdeckte man 1881 westlich des Kesselheimer Weges. Es kamen die Fundamentreste einer größeren römischen Villa mit Baderäumen, heizbaren Zimmern und einem großen runden Saal zum Vorschein. Etwa 80 Jahre später barg man zusätzlich in der Nähe einer größeren Ansiedlung einen römischen Reiterhelm. Auf der Nordseite des Bubenheimer Berges erstreckte sich ein ausgedehntes Gräberfeld der Merowingerzeit.

1052 wurde Bubenheim zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name „Buobenheim“ –„Heim des Bubo“ geht vermutlich auf fränkischen Ursprung zurück. Es war der Name eines fränkischen Grundbesitzers, der einer der ersten gewesen sein dürfte, denn fränkische Ortsnamen mit der Endung ‚heim’ bezeichnen den „ersten“ Einwohner (sog. Insassenname). Ebenfalls 1052 ließ sich die adlige Witwe Glismuot zur Vergebung ihrer Sünden in Bubenheim eine Kapelle bauen (Alte Kirchstraße), die zunächst dem Apostel Andreas, später dem hl. Maternus geweiht war. Heute noch erinnert die Glismuotstraße an die Stifterin.

Für die ansonsten recht selbstständige Gemeinde bestellten die Bubenheimer Grundherren – die Koblenzer Deutschordensballei -, die Klöster Himmerod und Besselich sowie die Kartause auf dem Beatusberg einen Heimbürgen (Dorfvorsteheer). Gerichtsmäßig war Bubenheim mit Metternich verbunden; kirchlich gehörte es zur Pfarrei Rübenach.

1303 vermachte der Priester Heidenreich aus Bubenheim seinen dortigen Hof dem Florinsstift in Koblenz zum Unterhalt eines Mauritiusaltars in der Stiftskirche St. Florin. Die Hofgebäude befanden sich an der Stelle des ehemaligen Bankgebäudes, heute Wohn- und Geschäftshaus. Mit dem Hof wurden 40 Joch Ackerland und 20 Joch Weinberge abgegeben. Ein Joch war die Fläche, die ein paar Ochsen an einem Tag beackern konnten, heute je nach Bodenbeschaffenheit zwischen 30 und 60 ar.

Nachdem der Graf von Virneburg 1335 dem Erzbischof Balduin von Trier einiges an Land   („ uff  Bovenheymer Berge“) verkauft hatte, trat er im 15. Jhd. auch seine Grafenrechte an Kurtrier ab. Nun wurde Bubenheim dem neueingerichteten Amt Bergpflege zugeordnet. Es gehörte mit Metternich, den Rohrer Höfen und Güls zur IV. Parthe der Moselorte. Die Dingstätte (Gerichtsstätte) des Amtes befand sich auf dem Bubenheimer Berg (daher Bergpflege).

Nach Besetzung des Kurfürstentums Trier durch die Franzosen 1794 gehörte Bubenheim verwaltungsmäßig zur Mairie Bassenheim im Kanton Rübenach. 1815 an Preußen gefallen, wurde es im folgenden Jahr dem Landkreis Koblenz eingegliedert.

Seit 07.11.1970 ist Bubenheim Stadtteil von Koblenz. Das am 24.08.1935 verliehene Gemeindewappen zeigt den gespaltenen Schild; rechts auf Rot eine silberne Gerichtssäule (Dingstätte auf dem Bubenheimer Berg), links auf Silber ein rotes durchgehendes Kreuz als Zeichen für die frühere Zugehörigkeit Bubenheims zum Kurfürstentum Trier.

Die Einwohnerzahl Bubenheims hat sich sehr unterschiedlich entwickelt. 1684 zählte man 10 Feuerstellen, gleich 10 Häuser, gleich 10 Familien. 1787 zählte die Bevölkerung gerade mal 72 Köpfe. Darunter 11 Väter, gleich 11 Familien – d.h. in diesen 100 Jahren nur ein Zuwachs von einer Familie. Erst danach kamen die größeren Sprünge; so zählte man 1905 schon 302 Bubenheimer Bürger; heute liegt die Einwohnerzahl um die 1390 (Stand Dez. 2015).

„Hallstattzeit“ nach der vorgeschichtlichen Fundstätte (Gräberfeld) Hallstatt (Salzkammergut)benannte europäische Kulturepoche (ältere Eisenzeit)

Siehe auch Koblenz-Bubenheim unter Wikipedia

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