Denkmalschutz oder Belastung?

Die so genannten Widerlager der nicht realisierten „Reichsautobahnbrücke“ am Ortseingang von Bubenheim sind immer wieder Gegenstand der Diskussion. Für einen Teil der Bevölkerung haben diese eine historische Bedeutung und einen stadtprägenden Charakter als Relikt der Nazi-Architektur und sind somit ein Zeugnis historischer gigantomanischer Verkehrsplanung. Der andere Teil der Bevölkerung möchte diese Bauten lieber in Vergessenheit geraten lassen.

Eine Prüfung der Widerlager der Reichsautobahnbrücke durch den Fachbereich der Direktion Landesdenkmalpflege als zuständige Denkmalfachbehörde hinsichtlich einer eventuellen Denkmalschutzeigenschaft läuft aktuell, wobei sich nur zwei Objekte auf städtischem Grund befinden, über die man sich austauschen will. Dr. Ana Köbberling, MdL und Ortsvereinsvorsitzende der SPD Metternich-Bubenheim erklärt dazu: „Wir sind der Auffassung, dass ein Interesse an diesen historischen Bauwerken besteht, viele Menschen aber mehr wissen möchten und diese daher nicht länger unkommentiert stehen gelassen werden sollten.

Der Autobahnbau war Teil der systematischen Vorbereitung eines Angriffskrieges. Dieser Aspekt muss genauso erläutert werden wie die dahinterstehende Fehlplanung, die Trasse viel zu dicht an der Wohnbebauung entlangzuführen.“ Ratsmitglied Fritz Naumann, Mitglied im Denkmalpflegebeirat, unterstützt diese Auffassung: „Wir wünschen uns, dass die Widerlager wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken, weil auch ihre Erbauungszeit ein Stück Geschichte unseres Landes ist. Im nächsten Denkmalpflegebeirat möchte ich daher dafür plädieren, dass an den Bauwerken entsprechende Objekttafeln angebracht werden.“

SPD Stadtratsfraktion Koblenz – 05.07.2021

4 Kommentare zu "Denkmalschutz oder Belastung?"

  1. HERMANN Störk | 10. Juli 2021 um 13:34 | Antworten

    Wir leben nun seit Herstellung mit diesen Brückenlagern in Bubenheim. Es hat gefühlt gleich lange gedauert und es gab keine Unterstützung bis endlich eine Verkehrsinsel vor den Brückenlagern errichtet wurde, um die Einmündung in die St. Sebastianer Straße sicherer zu machen. Eigentlich kann auf der Tafel nur stehen, dass es Bausünden seit 100 Jahren gibt und die Politik und Verwaltung gleich lange braucht, bis sich etwas zum Besseren verändert. Stellt sich abschließend die Frage, ob die Infotafel für die Fußgängerbrücke am Anwendspfad schon gedruckt ist, die an das Versprechen, eine solche einzurichten, erinnert.

  2. Ja Hermann Störk hat Recht 10 Sterne von mir Heinrich Anton Postmeier

  3. Denkmalpflege hat für mich etwas mit Pflege zu tun und nicht mit dem Anbringen von Infotafeln. Die Fußgängerstreifen sind so schmal, dass man als Fußgänger ständig auf die Straße ausweichen muß. Das liegt an dem dort stark wucherndem Unkraut und dem Müll, der dort immer wieder angespült wird. Ein ungepflegter Ortseingang verdient keine Infotafel.

  4. Johannes Fuck | 3. August 2021 um 8:33 | Antworten

    Ganz klar, abreißen wenn es stört. Das Bauwerk ist weder ideell schützenswert noch herausragende Baukultur.

    Die meisten Autobahnen wurden nicht von den Nazis geplant und es gibt genug „böse“ Bauwerke die an die Nazis erinnern. Es wird nicht als Zeugnis an eine NS-Zeit, Reichsarbeitsdienst, Zwangsarbeit oder NS-Propaganda benötigt.

    Diese Trasse mit den Brückenpfeilern waren die kürzeste Verbindung von der Eifel in den Westerwald.
    Die jetzige Trasse der A48 war günstiger umzusetzen aber ist auch zu dicht an Rübenach, Bubenheim, St. Sebastian, Bendorf und Weitersburg. Auch sehr exponiert und der Lärm stört! Früher, bei geringem Verkehrsaufkommen, hat man sich nicht um den Lärm gekümmert. Einmal genehmigt, brauch man nicht schützend tätig werden. Eine Schande! Die Nutzung wurde so nie genehmigt.
    An den Kommentaren kann man erkennnen: Es gibt wichtigeres.
    Die Infotafel ist eine Alibidiskussion.

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