Unterwegs in Thüringens Wäldern

Die Montagsgruppe des SV Bubenheim wanderte rund um Eisenach, abenteuerlich durch die Drachenschlucht und schweißgebadet auf die Wartburg

Wie heißt der Rennsteiggruß? – „Gut Runst!“ Um 07.00 Uhr am 20. September d. J. war es für die Montagsgruppe des Sportvereins Bubenheim wieder soweit: Wir starteten zu unserer diesjährigen Wandertour; der Weg führte uns nach Eisenach. Heinz Werner Heßling hatte die Tour wieder einmal akribisch vorbereitet und geplant, konnte allerdings aus familiären Gründen nicht persönlich mitfahren; unser neuer „Leitwolf“ war Michael Cohnen. Um kurz vor 11 Uhr waren wir bereits in Eisenach angekommen, machten Quartier im „Gasthaus & Herberge St. Peter“ und dann ging es auch schon bei herrlichem Sonnenschein und fast 30° zur 1. Wandertour, nämlich zur Wartburg.

Anfangs spazierten wir fröhlich und locker durch die Straßen der Innenstadt … und nach dem großen Marktplatz sahen wir sie – hoch über unseren Köpfen ragte die Wartburg majestätisch in den Himmel. Und das hieß für uns natürlich: „Do müsse mir roff, un zwar ze Foß!“ Na ja, bange machen gilt bekanntlich nicht, also auf geht‘s. Und nach gut 1 ½ Stunden waren wir tatsächlich oben angekommen. Die meisten schweißgebadet, aber wir waren stolz auf diese stramme Leistung. Herrliche Ausblicke auf die Stadt und das Umland belohnten unsere Strapazen. Nach einer geführten Besichtigung gings dann wieder bergab; die Dusche im Hotel war obligatorisch und notwendig. Zum Abendessen gingen wir ins „Kartoffelhaus“, dem total verrückten Speiselokal in Eisenach, Decke und Wände nostalgisch und informativ dekoriert. Nach dem Motto „heute bleibt der Ofen aus, wir essen im Kartoffelhaus“ gab’s tolle Gerichte – sozusagen alles Tolle aus der Knolle“, wie z. B. „eine Karre Mist“ oder auch „Teufelswerk“- und alles schmeckte wunderbar.

Am 2. Tag teilte sich unsere Gruppe: 3 Mann hatten ihre Fahrräder dabei, 7 Mann wanderten. Der Weg führte uns durch die „Drachenschlucht“ (eine Klamm südlich von Eisenach; ca. 3 km lang, 172 Höhenmeter waren zu überwinden, es ging gefühlte 200 Treppenstufen hoch und an der schmalsten Stelle ist die Schlucht nur 68 cm breit) – Abenteuer pur. Der Abend war diesmal nach dem Essen unserem beliebten Kartenspiel („Schwimmens“) gewidmet.

Tag 3 führte uns durch die Wälder hoch über der Stadt zum „Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe“; einem Kriegerdenkmal für die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallenen Burschenschaftler. Dieses Denkmal ist von großer Bedeutung für die „studentischen Verbände“ und wird bis heute für deren Gedenkveranstaltungen genutzt.

Am 4. Tag (Sonntag) erwischte uns dann der große Regen und besichtigten das Museum der ehemaligen „Automobilwerke Eisenach“, AWE. Das war für uns dann schon eine Konfrontation mit der Wendezeit um die 90er Jahre einschließlich der Abwicklung großer industrieller Bereiche in der ehemaligen DDR. An dieser Stelle bedeutete das beispielsweise von heute auf morgen die Entlassung von 9.100 Beschäftigten allein in diesem Automobilwerk. Und nach einer langen Fahrt im Dauerregen und endlosen Staus auf den Autobahnen waren wir um 17 Uhr wieder wohlbehalten in unserem schönen „Boom“ angekommen.

Fazit: Es waren – wie immer – begeisternde Tage mit informativen Besichtigungen, schönen und stellenweise auch abenteuerlichen Wanderungen und gemütlichem Klönen an den Abenden. So kann’s die nächsten Jahre weitergehen!

Werner Rosenbaum SV Bubenheim –


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