Idyllische Weindörfer und sportlich-phantastische Wanderungen

Montagsgruppe des SV Bubenheim am Kaiserstuhl

Zunächst war eigentlich alles wie immer: Um 07.00 Uhr war Abfahrt für in diesem Jahr 8 Mitglieder der Montagsgruppe des Bubenheimer Sportvereins, die sich am Donnerstag, den 21. September d. J. voller Vorfreude auf den Weg zur insgesamt 28. Wandertour machten. Doch dass es sooo schön werden würde, das konnte zu dieser Zeit natürlich noch keiner ahnen. Unser Organisator Heinz Werner Heßling hatte mit seiner diesjährigen Auswahl der Wanderregion einmal mehr einen Volltreffer gelandet. Diesmal gings bei herrlichem Spätsommerwetter nach Oberrotweil (einem Ortsteil von Vogtsburg, Breisgau) in Baden Württemberg, dem „Weinland im Herzen Europas“. Unsere Wanderungen führten uns diesmal rund um den herrlich gelegenen Kaiserstuhl. Die Region besteht praktisch aus einem riesigen Netz von Böschungen und Weinbergen, also einer von Menschenhand geschaffenen Terrassenlandschaft. Diese größtenteils künstlichen Anlagen stammen in ihren Anfängen schon aus der Römerzeit und waren nach diversen Flurbereinigungen in den 60iger und 70iger Jahren in die heute sichtbare Form gebracht worden. Diese Anlageform der Rebflächen war notwendig, um ein Abrutschen des weichen Lössbodens bei hängigem Gelände zu verhindern. Auf unterschiedlichen Routen wanderten wir durch idyllisch gelegene Weindörfer und Rebenfelder – im Gegensatz zu unseren Weinbergen. Und da wir mitten in der Weinlesezeit waren, konnten wir sowohl Trauben-Vollernte-Maschinen im Einsatz sehen, wie auch ganze Familien bei der Traubenlese per Handarbeit. Besonders gefielen uns hier die mitten in den Rebanlagen aufgestellten Tische und Bänke, die bereits für die obligatorische „Weinveschper“ gedeckt waren, für unsere Augen Idylle pur!

Nach knapp 5 Stunden Fahrt belegten wir also unsere Zimmer im Gasthaus „Zum Bären“ und machten uns danach gleich auf die erste 4,5-stündige Wanderung mit Endziel Winzergenossenschaft „Königschaffhausen-Kichlingsbergen“ in Endingen -Königschaffhausen; hier waren wir für eine Kellerweinprobe angemeldet. Es gab natürlich tolle Weine zum Probieren und der „Kellermeister“ meinte es zudem auch noch sehr gut mit uns … für den Rückweg zu unserem Hotel nahmen wir dann doch lieber ein Großraum-Taxi. Abends gab’s dann in geselliger Runde die Ehrungen: Für die Teilnahme an 25 Wanderungen wurde H.-W. Heßling geehrt und Robert Jüngling für seine 20te Teilnahme.

Der 2. Tag führte uns auf einem anspruchsvollen (=anstrengenden) Rundweg über die drei höchsten Erhebungen des Kaiserstuhls und so kamen wir u.a. zur Aussichtsplattform des „Neunlindenturms“. Dieser Aussichtsturm steht in 556m Höhe und wurde im Jahre 1900 von der „Sektion Kaiserstuhl“ des Badischen Schwarzwaldvereins erbaut, die Kosten betrugen damals rd. 10.000 Reichsmark. Von hier aus genossen wir den überwältigenden Ausblick auf die Südhänge des Schwarzwaldes und auf die gegenüberliegende Rheinseite mit den Vogesen. Am Samstag wartete der nächste, nicht weniger schweißtreibende Rundweg auf uns und führte u.a. auf den sog. „Badberg“, er liegt praktisch mitten im Kaiserstuhl. Sein halbrunder Gipfel besteht aus Halbtrockenrasen. Hier gibt es viele seltene wärmeliebende Pflanzen und Tiere, die es in Deutschland so gut wie nur hier gibt; ein prägnantes Beispiel dafür ist die „Sonnenanbeterin“. Der Badberg steht unter Naturschutz und ist so warm, dass der Boden am Südhang im Sommer an sonnigen Tagen manchmal bis zu 70°C warm wird. Weiter wanderten wir über das „Schelinger Kreuz“ und das „Weingärtle“ wieder zurück zu unserem Quartier. Auch hier, im Gasthaus „Zum Bären“ genossen wir übrigens eine weitere ländlich geprägte Idylle: Wir brauchten nämlich keinen Wecker, denn die Kirchturmuhr der örtlichen Pfarrkirche St. Johannes war nur ca. 30m Luftlinie von unseren Zimmerfenstern entfernt; sodass wir jeden Morgen pünktlich um 06.45 Uhr laut und deutlich geweckt wurden.

Der Rückweg am Sonntag nach Bubenheim wurde unterbrochen durch das Mittagessen im „Brauwerk Baden“ in Offenburg und gegen 16.00 Uhr gab’s den obligatorischen Abschluss-Drink bei Werner Bastian in der Garage. Und H.-W. Heßling hatte seinem Ruf als „Tour Manager“ mal wieder alle Ehre gemacht. So hatten wir tolle Wandertage mit tollen Eindrücken, geselligem Spaß und grandiosen Aussichten. „Do it again, H.-W.!“

Werner Rosenbaum – 27.09.2017

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